Zum Hauptinhalt springen

Im Unterschied zu Spannungskopfschmerzen beeinflussen Migräne-Schmerzen alle Lebensbereiche und die Persönlichkeit der Betroffenen. Rund 16 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer leiden unter Migräne. Dabei handelt es sich um einen anfallsartigen, periodisch wiederkehrenden und meist einseitigen Kopfschmerz, der oft mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Die Schmerzen selbst werden von den Betroffenen häufig als krampfartig, pulsierend, stechend oder bohrend beschrieben. Unbehandelt dauert ein Migräneanfall im Durchschnitt etwa 18 Stunden an.

Was verursacht Migräne? 

Das ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Als Schlüsselursache wird eine Störung des Serotonin-Gleichgewichts angenommen. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoffes im Gehirn. Die Theorie einer mangelhaften Durchblutung im Gehirn gilt dagegen als widerlegt. Da Migräne in vielen Familien gehäuft auftritt, spielt offenbar auch die Vererbung eine wichtige Rolle. Auch bestimmte Faktoren (Trigger) können Migräne-Attacken auslösen. Dazu zählen Nahrungsmittel wie Schokolade, Käsesorten und Alkohol, insbesondere Rotwein. Am häufigsten nennen Patienten Stress, Schlafmangel, körperliche Belastung, Unterzuckerung (ausgelassene Mahlzeit), Wetterwechsel und Hormonschwankungen (bei Frauen bspw. die Menstruation) als Auslöser eines Migräne-Anfalls. Bei jedem Zehnten geht der Migräne-Attacke eine so genannte Aura voraus, die die Migräne ankündigt. Die Betroffenen erleben für einen kurzen Moment neurologische Symptome wie bspw. Sehstörungen (farbige Blitze und Gesichtsfeldausfälle), Sprachstörungen, Kribbeln oder Schwäche in Armen und Beinen oder Kreislaufstörungen.

Linderung im Akutfall

Migräne ist bis heute nicht heilbar, allerdings gibt es vielfältige Therapiemöglichkeiten, die einerseits in der Akutsituation oder aber zur Vorbeugung neuerlicher Anfälle angewendet werden. Im akuten Fall helfen kalte Kompressen (z.B. eine Migräne-Brille), ein erholsamer Schlaf sowie der Rückzug in abgedunkelte, geräuscharme Räume. Bei leichteren Formen kommen die Betroffenen oft mit frei verkäuflichen Schmerzmittelen aus, in schweren Fällen werden Tryptane, also Wirkstoffe mit der gleichen Wirkung wie das körpereigene Serotonin eingesetzt. Treten Migräne-Attacken öfter als dreimal pro Monat auf oder sprechen auf die Akutbehandlungen nicht ausreichend an, gibt es Medikamente, die vorbeugend eingenommen werden können. Sie sollen Häufigkeit und Stärke der Anfälle mildern.

Schmerzbehandlung

Einen nachweislich wirksamen Weg beschreiten Migräne-Patienten mit der Akupunktur und mit myofascialen Behandlungen (Bowtech, Osteopathie). Auch hier zeigen die ersten Behandlungen, auf welches Verfahren der Organismus stärker anspricht und bei welcher Behandlung der Körper schnelle bzw. nachhaltige Fortschritte erzielt.